Archiv fürJuni, 2009

Die Götzen die wir schufen

Pop-Religion Nr.1: Der Ego-Kult

Pop-Religion Nr.1: Der Ego-Kult

Das Gebot, „Du sollst dir von Gott kein Bildnis machen“ gab es gewiss nicht ohne Grund. Seit Anbeginn der Zeit tendieren Menschen dazu, entweder die Werke ihrer Hände anzuhimmeln, oder ihre Vorstellungen von Gott oder ihren Göttern in ihr eigenes, verlängertes Ego zu projezieren, oder ganz einfach dazu, anderen ihre eigene Vorstellungen von Gott aufzudrängen; und es ist gewiss traurig was diese Art von falscher Religiosität in der Welt angerichtet hat.

Vielleicht wäre der Islam nie entstanden wenn sich die Christen etwas mehr an jenes Gebot gehalten hätten, anstatt vor ihren Marienstatuten nieder zu knien, was sie in den Augen Mohammeds allesamt zu Götzenanbetern machte…

Aber so traurig der Fall von fehlgeleiteten Gläubigen auch sein mag, die nur ein Bildnis Gottes verehren, statt den Echten, Lebendigen, so gibt es doch noch eine armseligere Sorte von Leuten, und das sind diejenigen die anstelle eines Bildnisses oder einer Vorstellung von Gott, ein falsches Bild von sich selbst anbeten.

Es ist ja vollkommen okay sich selbst zu mögen und auch zu lieben. das Problem ist nur, dass manche Leute das nicht schaffen ohne sich zuerst ein nicht ganz wahrhaftsgetreues Selbstimage zu schmieden, das sie in ihren eigenen Augen als eine Art Mutter Teresa oder Superman darstellt; eine Rolle die sie dann auch gewissenhaft spielen, und ziemlich glaubhaft rüber bringen. Und die meisten Leute kaufen’s ihnen auch ab.

Aber man kann zwar ein paar Leute eine Zeit lang verarschen, vielleicht sogar die meisten Leute für den größten Teil der Zeit, aber man kann nicht die ganze Zeit lang alle Leute verarschen (die frei-deutsche Übersetzung von dem Spruch, „You can fool some of the people some of the time; you can even fool most of the people most of the time, but you cannot fool all the people all of the time!“)

Irgendwann kommt einer daher der die Fassade durchschaut.

Jesus war zum Beispiel so ein Typ. Darum wurde Er auch von den selbstgerechten, scheinheiligen Pharisäern, die sich selbst für so heilig hielten so gehasst, verfolgt und schließlich verraten.

Und darum ließ Er auch solche Sprüche vom Stapel wie, „Lasst die Toten ihre Toten begraben.“

Jene, die sich ihr Leben lang so verhalten als ob sie unsterblich wären, und wenn dann aber jemand in’s Gras beisst, sie sich als gerechter als Gott aufspielen und meinen besser zu wissen wann es die rechte Zeit gewesen wäre für denjenigen zu gehen.

Oder Sprüche wie, „Wer sind Meine Brüder und Meine Schwestern? – Die, die den Willen Meines Vaters im Himmel tun.“

Oder, „Denkt nicht, Ich sei gekommen Frieden zu bringen. Ich bin nicht gekommen Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn Ich bin gekommen, Zwiespalt zu bringen zwischen einem Menschen und seinem Vater, und zwischen Tochter und Mutter, … und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.“ (Matth.10:34, 35)

„Denn wer Vater oder Mutter … Sohn oder Tochter … Bruder oder Schwester mehr liebt als Mich, der ist Meiner nicht wert.“

Er kannte die Spielchen die die Menschen spielen.

Jene Anbeter ihres eigenen Scheinbildes könnten niemals verstehen wie ein Sohn Gottes die Dreistigkeit hätte besitzen können, so etwas je zu sagen . Es klingt so schrecklich politisch unkorrekt. So ganz anders als alles was sie in ihrer Selbstverliebtheit je von sich geben würden.

Aber schließlich ist das ja auch der Grund warum sie ein (wenn auch unrealistisches) Image ihres Selbst anbeten, statt irgendein höheres Wesen das ihnen womöglich die Show stehlen könnte: sie wissen es besser, tun alles besser und sind schlichtweg besser als jedes allmächtige, allwissende und allgegenwärtige Wesen es je könnte, und wehe dem, der ihnen in den Weg gerät. Dann sind sie ganz schnell mit Hammer und Nagel zur Hand und keifen, „Kreuzige ihn!!! Kreuzige ihn!!!“

Ja, die etablierte Religion und was die Menschen aus dem Glauben gemacht haben, ist ein Trauerspiel. Aber noch weitaus jämmerlicher sind jene Selbstanbeter und Ego-Junkies mit ihren entrückten Vorstellungen und Götzenbildern die sie von sich selbst geschaffen haben, und die Tyrranei die sie auf jene ausüben die sich weigern vor diesen Götzen nieder zu fallen.

Es ist so wie der Witz den wir bei unserem letzten Gig gemacht haben: in die Kirche gehen ist schlimm genug, aber wählen gehen ist noch schlimmer.

Ein falsches Bild von Gott anzubeten ist traurig. Aber ein falsches Bild von sich selbst anzubeten ist noch viel trauriger.

Leider ist die letztere die weitaus populärere und weiter verbreitete Religion unserer Zeit, die unendlich mehr Unheil anrichtet als es sämtliche religiösen Fanatiker je könnten.

Der Vorteil ist: sie haben keinen Gott der an allem Schuld ist. Den haben ja die anderen. Denn 3 Milliarden kleinen verkappten Pseudogöttern kommt so schnell keiner auf die Schliche.

Perfekt getarnt unter dem Denkmantel der Demokratie kann jeder sein eigener kleiner Diktator oder Führer sein, und seinen eigenen kleinen privaten „Holocaust“ anrichten. Die Schuld kann man hinterher dann wieder dem Gott in die Schuhe schieben den es gar nicht gibt.

Oder den religiösen Fanatikern: Gestern den Juden, heute den Muslimen, morgen den Christen und allen ander’n „Terroristen“ – im Namen der individuellen Allwissenheit des Bürgers der Neuen Weltordnung im Jahrhundert der universellen, westlichen Erleuchtung… Jener „freien,“ modernen, demokratischen und angepassten Weltanschauung die uns ja schon so toll gemacht hat und dem Rest der Welt jetzt gerade eingetrichtert wird, egal ob sie das Zeug schlucken will oder nicht…

Na dann, „Prost!“

Ja, es ist kein Geheimnis: es wurde im Namen Gottes Mist gebaut. Aber was die unzaehligen kleinen antichristlichen Hitlers, Maos und Stalins taeglich in ihrem eigenen Namen abziehen, ist auch nicht gerade berauschend. Es ist, egal wie toll es jeder einzelne von ihnen auch finden mag, im Hinblick auf das Gesamtresultat, unter aller Sau.

Won’t Get Fooled Again?

Wenn Rock-Musik nicht mehr das es ist was sie einmal war (wenn überhaupt), sondern von einer Form des Selbstausdrucks und einem Teil unserer Kultur zu einem weiteren Arm des Kommerzkraken des Mega-Business geworden ist, dann trifft das selbe ganz bestimmt ebenso erschütterlich auf die Politik zu. Man muss sich nur mal zu Gemüte führen, welche der Wirtschafsgiganten alle mit im Rüstingsapparat verwickelt sind, oder besser gesagt, wie wenige es nicht sind…

Bis vor ein paar Wochen hatte ich ja tatsächlich noch optimistische Tendenzen was den guten Willen und die Aufrichtigkeit des neuen Führers der (z. Zt.) einzig verleibenden Weltmacht anbelangte. Doch dann sah ich Alex Jones’ Billanz der Früchte der ersten paar Wochen der neuen Administration, und Peter Townsend von den Who hätte es nicht treffender in seinem ‘71er Song „Won’t Get Fooled Again“ ausdücken können: „Meet the same boss – the same as the old boss…“

Mit dem Unterschied dass die Tendenz eher noch dahin neigt, dass der neue Boss sogar noch schlimmer zu werden verspricht als der alte…

Wir sind mal wieder voll reingefallen. Es war ja natürlich auch ein gelungenes Schauspiel: endlich ein Farbiger im Weißen Haus! All die Filme der letzten paar Jahre die so schön den Finger in die Wunde der rassistischen jungen Vergangenheit der USA gebohrt hatten, trugen ihre Frucht.
Und die Versprechen klangen so schön… „Ich werde die Truppen aus dem Irak abziehen…“ „Ich werde Gunatanamo Bay schließen…“
Nun, zu schön um wahr zu sein, wie es sich heraus stellt.

Wie es aussieht hat der Neue den kapitalistischsten Stab in seine Regierung einberufen die man sich nur vorstellen könnte, einschließlich Henry Kissinger, den man schon fast den Patenonkel der Neuen Weltordnung nennen könnte, der dann Obama auch prompt im amerikanischen TV als den Mann angepriesen hat, der ihre wunderbare neue Weltordnung der Öffentlichkeit verkaufen soll… Er meinte, man solle die Wirtschaftskrise nicht als Problem sehen, sondern als eine Gelegenheit: die Gelegenheit dem Pöbel (= uns) klar zu machen, dass Veränderung und Fortschritt ganz im Sinne der Wall-Street Bonzen angesagt ist.

Der Film „The Obama Deception“ zeigt auch, in was jene „positiven Veränderungen“ und „Wandel“ die Führer von Weltordnungen so enthusiastisch anpreisen unweigerlich resultieren: Abermillionen von Leichen.
Die Art Veränderung oder Wandel die dem Volk unter viel Jubel und Trara verkauft wird, entpuppt sich meistens als ideale Gelegenheit für die Drahtzieher des Wandels, potenzielle Feinde loszuwerden, und zwar sind das meistens diejenigen, die noch einen Rest Grips im Kopf haben.
Zuletzt, in China, waren es 60 Millionen, und wir wissen ja das Hitler und Stalin davor auch kein Trauerbild von Massenmörden abgegeben haben, und die Macher des Films beten vor aller Welt zu Gott dass es in den USA nicht genauso vonstatten gehen möge.

Na, dann lasst uns mal alle kräftig mitbeten!

P.S.: Wahrscheinlich haben wir es auch der Obama-Politik zu verdanken, dass Google-Video – bisher eine der besten Quelle für alternative Information abseits vom Medien-Seich – demnächst seine Dienste einstellt, und solche Videos im Internet wohl demnächst Vergangenheit sein werden.